Formaldehyd

Fọrm|al|de|hyd 〈m. 1; unz.; Chem.〉 stechend riechendes, gesundheitsschädliches Gas, einfachstes Aldehyd, u. a. als Desinfektionsmittel verwendet; Sy Methanal [<lat. formica „Ameise“ + Aldehyd]

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Fọrm|al|de|hyd [ Form- u. Aldehyd], der; -s; Kennbuchstaben: (in Kurzzeichen von Polymeren:) F, FM; systematisches Syn.: Methanal: HC(O)H oder H2C=O; farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas, Sdp. - 19 °C, das in Gasform oder in wässriger Lsg. (z. B. Formalin®) zu Additionen, Kondensationen, Polymerisationen u. als Reduktionsmittel großtechnische Verwendung findet. Cyclische Oligomere des F. sind Trioxan (Metaformaldehyd) u. Tetroxocan, während Formose ein lineares Oligomeres u. Paraformaldehyd ein Polyacetal ist; als aktiven Formaldehyd bezeichnet man Derivate der Folsäure.

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Fọrm|al|de|hyd [auch: …'hy:t], der od. das; -s [Kurzwort aus nlat. acidum formicum = Ameisensäure u. Aldehyd]:
zur Desinfektion von Räumen verwendetes, farbloses, stechend riechendes Gas.

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Form|aldehyd
 
[Kunstwort aus neulateinisch acidum formicum »Ameisensäure« und Aldehyd], Methanal, einfachste Verbindung aus der Gruppe der Aldehyde, farbloses, stechend riechendes Gas, dessen Geruch bei Konzentrationen unter 1 ml in 1 m3 Luft noch wahrnehmbar ist. Der Siedepunkt liegt bei —21 ºC. Formaldehyd löst sich leicht in Wasser; 35-40%ige wässrige, durch Zusatz von Methanol stabilisierte Lösungen kommen unter den Bezeichnungen Formalin in den Handel. Formaldehyd ist sehr reaktionsfähig; durch Luftsauerstoff wird er z. B. leicht zu Ameisensäure oxidiert. Beim Eindampfen wässriger Lösungen polymerisiert er zu (linearem) Paraformaldehyd, beim Destillieren in Gegenwart von Säure zu (zyklischem) Trioxan, zwei weißen festen Substanzen, aus denen der gasförmige Formaldehyd durch Erhitzen wieder zurückgewonnen werden kann. Formaldehyd gibt viele Additions- und Kondensationsreaktionen; bei Einwirkung auf Eiweißstoffe bewirkt er Gerinnung und Härtung. - Formaldehyd ist ein wichtiges chemisches Zwischenprodukt, das v. a. durch katalytische Oxidation (Dehydrierung) von Methanol bei 600-720 ºC in Gegenwart von Luft gemäß CH3OH + ½ O2 → HCHO + H2O hergestellt wird. Als Katalysator wird metallisches Silber verwendet. - Verwendet wird Formaldehyd zur Herstellung von Kunstharzen, besonders von Aminoplasten und Phenolharzen, zur Härtung von Kasein, Leim und Gelatine, als Reduktionsmittel, ferner zur Herstellung von Farbstoffen, Gerbstoffen, Hexamethylentetramin, Äthylenglykol, Pentaerythrit und vielen weiteren Verbindungen. Daneben wird Formaldehyd als Desinfektionsmittel und zum Beizen von Saatgut benutzt. In den Handel gelangt Formaldehyd (außer in Form wässriger Lösungen) als Paraformaldehyd und Trioxan.
 
Formaldehyddampf wirkt stark reizend auf die Schleimhäute und verursacht Entzündungen der Atemwege; Formaldehydlösungen bewirken beim Verschlucken schwere Verätzungen der Speiseröhre und des Magen-Darm-Trakts. Der MAK-Wert wurde auf 1 ppm (1,2 mg/m3) festgelegt. Neuere Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine mögliche mutagene und karzinogene Wirkung.
 
Nach dem Sondergutachten »Luftverunreinigungen in Innenräumen« des Rats von Sachverständigen für Umweltfragen verursachen Spanplatten die höchste Formaldehydkonzentration in Innenräumen. Um diese Emissionsquelle weitgehend auszuschalten, wurden 1980 Emissionsklassen festgelegt. Die Gefahrstoffverordnung schreibt vor, dass Wasch-, Reinigungs- und Pflegemittel mit mehr als 0,2 % Formaldehyd nicht in den Verkehr gelangen dürfen.

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Fọrm|al|de|hyd [auch: ...'hy:t], der; -s [Kurzwort aus nlat. acidum formicum = Ameisensäure u. Aldehyd]: zur Desinfektion von Räumen verwendetes, farbloses, stechend riechendes Gas.

Universal-Lexikon. 2012.

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